N E W S

"Neuanfang..."

WEINHEIM/RAMAT GAN, 14.03.2021

Liebe Freunde!

 

Neuanfang -ein schönes Wort – in Hebräisch würde ich „irgun me chadasch“ sagen. Und es steht dafür, dass die Kontakte zwischen Weinheim und Ramat Gan wieder auferstehen sollen. Die schwere Coronazeit hat sich gebessert und nun ist es höchste, dass die beiden Städte wieder zueinander finden sollen und können.

 

Ich freue mich darauf ganz besonders, denn ich erinnere mich so gut an vergangene Zeiten, in denen die Freundschaft zwischen unseren schönen Städten blühte und zur besseren Verständigung unserer Völker beitrug.

 

In diesem Sinne grüße ich ganz herzlich unsere Weinheimer Freunde, wünsche allen - von ganzem Herzen - ein besseres Jahr zusammen mit viel Gesundheit und Erfolg,

 

Mit einem Schalom-Gruß verbleibe ich

 

Ihr/Euer Moshe Meron

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Unterstützung für den jüdischen Friedhof

WEINHEIM/HEMSBACH, 10.12.2020

Spendenaufruf: Freundeskreis Weinheim – Ramat Gan wendet sich an Bevölkerung. Stadt Weinheim beteiligt sich mit 7500 Euro.
 

Weinheim/Hemsbach. Für Albrecht Lohrbächer ist es eine Herzensangelegenheit. Deshalb rührt der Vorsitzende des Freundeskreises Weinheim-Ramat Gan unermüdlich die „Werbetrommel“, um Spenden für den Erhalt des jüdischen Verbandsfriedhofs in Hemsbach zu sammeln. Diese Woche richtete der Freundeskreis gemeinsam mit dem Förderverein Ehemalige Synagoge Hemsbach noch einmal einen Appell an die Weinheimer Bevölkerung, sich an dieser Aufgabe mit Spenden zu beteiligen. Die Stadt Weinheim geht gewissermaßen mit gutem Beispiel voran und stellt 7500 Euro für die Sanierung zur Verfügung, wie am Mittwoch der städtische Pressesprecher Roland Kern bestätigte.

Die große jüdische Gemeinde in Weinheim und in Lützelsachsen benutzte bis ins Deportationsjahr 1940 ausschließlich diesen Friedhof als letzte Ruhestätte. Insgesamt 221 Weinheimer Juden – 120 aus Weinheim und 101 aus Lützelsachsen – wurden dort beerdigt. „Keine andere Gemeinde im Verband hat dort mehr Menschen zur letzten Ruhe gebettet“, schreibt Lohrbächer in dem Spendenaufruf.

Die Weinheimer Judaistin Christa-Renata Fischer-Hoffmann hat 1993 akribisch die hebräischen Inschriften auf den Grabsteinen entziffert. Auf diese Weise sind die Daten für Nachkommen von Weinheimer Juden, sofern sie emigrieren konnten, festgehalten.

Friedhof mehr als 300 Jahre alt

Der Friedhof ist seit mehr als 300 Jahren letzte Ruhestätte für weit über 1000 Juden aus Weinheim, Hemsbach, Dossenheim, Feudenheim, Großsachsen, Ilvesheim, Ladenburg, Lampertheim, Laudenbach, Leutershausen, Lützelsachsen, Schriesheim und Viernheim. Er wurde seit 1716 als gemeinsamer Friedhof, als Verbandsfriedhof, geführt. Erste Beerdigungen sind im Jahre 1674 nachgewiesen.

Wie bereits mehrfach berichtet, hielten jedoch viele Bäume den schweren Stürmen 2019 und Anfang 2020 nicht mehr stand, Gräber und Grabsteine wurden schwer beschädigt. Viele Bäume sind so morsch, dass sie jederzeit umstürzen können. Der Friedhof ist deshalb seit Monaten für Besucher geschlossen.

Baumfällarbeiten haben begonnen

Daher startete im November eine Sanierung des Friedhofs, die so rasch wie möglich durchgeführt werden muss. Das bedeutet: Mindestens 150 Bäume müssen gefällt werden.

„Dies ist aber nur unter höchst komplizierten Bedingungen möglich, da im größten Teil des Geländes nicht mit Maschinen gearbeitet werden kann und auf den meisten Flächen die Grabsteine sehr dicht nebeneinanderstehen“, erläutert Lohrbächer. Die Rodung müsse deshalb von Spezialisten durchgeführt werden, damit die Grabsteine nicht gefährdet werden.

Die Stadt Hemsbach ist seitens des Regierungspräsidiums mit den anfallenden Arbeiten betraut. Daher muss sie auch zunächst die veranschlagten Kosten von circa 130 000 Euro aufbringen beziehungsweise sich um die Zuschüsse und Spenden bemühen. In kleinem Umfang wird das Land Baden-Württemberg einen Anteil übernehmen. Auch die Kommunen der am Friedhof ursprünglich beteiligten Verbandsgemeinden haben Zusagen gemacht, teilte Lohrbächer mit.

Dennoch sei bislang erst die Hälfte der Kosten gedeckt, weshalb man weiterhin dringend auf Spenden angewiesen sei, heißt es abschließend im gemeinsamen Aufruf des Freundeskreises Weinheim- Ramat Gan und des Fördervereins Ehemalige Synagoge Hemsbach.

Spenden nimmt der Förderverein Ehemalige Synagoge Hemsbach entgegen: Das Spendenkonto (IBAN): DE65 6705 0505 0068 0046 59. Weitere Infos auf der Homepage (siehe unten) oder per E-Mail an:  aulohr@t-online.de.

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