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Wenn Straßen verbinden -

Auch Ramat Gan plant eine Weinheim-Straße

WEINHEIM, 23.09.2021

Quelle: Pressemitteilung der Stadt Weinheim

„Ich war sehr glücklich, als ich ihren Brief erhalten habe und darin von der Ehre gelesen habe, die Sie und der Gemeinderat den Einwohnern Ramat Gan erweisen.“ So beginnt ein Brief, der jetzt im Weinheimer Rathaus auf dem Schreibtisch von Oberbürgermeister Manuel Just gelandet ist. Absender ist Carmel Shama-HaCohen, der Bürgermeister der israelischen Weinheimer Partnerstadt Ramat Gan. Shama-HaCohen antwortet mit dem Schreiben wiederum auf einen Brief, den ihm OB Just nach der September-Gemeinderatssitzung geschrieben hat. Darin teilt er dem Amtskollegen mit, dass der Gemeinderat beschlossen hat, eine Straße im Sanierungsgebiet „Westlich Hauptbahnhof“ auf dem früheren Areal der GRN-Pflege nach Ramat Gan zu benennen.

Es handelt sich um die Planstraße A im Wohngebiet, an die sich auch ein kleiner Park anschließt. Der Ort wurde wegen seiner Zentralität, der hohen Wohnqualität im neuen Baugebiet und wegen eines an der Straße liegenden Parks passend zur Partnerstadt herausgesucht: Ramat Gan ist hebräisch und heißt übersetzt „Gartenhöhe“.

Seit 1999 pflegt die Stadt Weinheim eine Partnerschaft mit Ramat Gan, einer Nachbarstadt von Tel Aviv. Dass der Straßenname auch einen Bezug zur jüdischen Geschichte und zur NS-Diktatur hat, wird auch an der Benennung der zweiten Straße im Gebiet deutlich. Diese wird nämlich nach der jüdischen Journalistin und Philosophin Hannah Arendt benannt, die in Heidelberg studiert und promoviert hat.

In Ramat Gan ist die Straßenbenennung so gut angekommen, dass dort nun ebenfalls eine Straße nach Weinheim benannt werden soll. Carmel Shama-HaCohen teilt in seinem Brief nach Weinheim mit, dass in der nächsten Sitzung des Stadtrates dies „als Zeichen der Identifikation“ vorschlagen wird. Klar ist, dass diese gegenseitige Geste ein Zeichen der Verbundenheit zwischen den beiden Partnerstädten ist. Es ist geplant, dass jeweils eine Delegation bei der Einweihung der Straße anwesend ist. Carmel Shama-HaCohen schreibt: „Wir freuen uns, nach Weinheim zu kommen.“

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Partnerstadt bekommt Straßenname in Weinheim

WEINHEIM, 27.09.2021

Quelle: Weinheim.de

Im Wohngebiet „Westlich Hauptbahnhof“, das derzeit auf dem Areal der ehemaligen „Kreispflege“ entsteht, wird die Stadt mit einer Straßenbenennung auch eine Wertschätzung für die israelische Partnerstadt Ramat Gan und die Verbundenheit ausdrücken. Der Gemeinderat stimmte für die Bennenung in Ramat-Gan-Straße gerade in einer Sitzung ab.

 

Seit 1999 pflegt die Stadt Weinheim eine Partnerschaft mit Ramat Gan, einer Nachbarstadt von Tel Aviv. Es handelt sich um die Planstraße A im Wohngebiet, an die sich auch ein kleiner Park anschließt. Noch offen ist, ob auch der Park offiziell den Namen der Partnerstadt tragen wird.

 

Dass der Straßenname auch einen Bezug zur jüdischen Geschichte und zur NS-Diktatur hat, wird auch an der Benennung der „Planstraße B“ deutlich. Hier folgte das Gremium dem Vorschlag der Stadt, die jüdische Journalistin und Philosophin Hannah Arendt mit einem eigenen Straßennamen ("Hannah-Arendt-Straße") zu ehren.

 

Hannah Arendt musste 1933 vor den Nazis aus Deutschland fliehen. In Frankreich engagierte sie sich zunächst für Emigrationsmöglichkeiten jüdischer Kinder nach Palästina. 1941 gelang es ihr, in die USA auszureisen. In New York schrieb sie regelmäßig Kolumnen für die deutsch-jüdische Emigranten-Zeitung „Aufbau“ und arbeitete seit 1944 für die „Conference on Jewish Relations“. Die politische Philosophin blieb nach 1945 in den USA und lehrte als Professorin an verschiedenen Universitäten. Bis zu ihrem Tod im Dezember 1975 widmet sie vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungen aus NS-Diktatur und Exil ihr Schaffen immer wieder den Grundfragen persönlicher Verantwortung politischen Handelns im totalitären Staat.

Solidarität mit der Partnerstadt

WEINHEIM, 30.07.2021

Städtepartnerschaft: Spenden aus Weinheim finanzieren den Ausflug eines Seniorenheims in Ramat Gan

 

Es kommt wieder Bewegung in den freundschaftlichen Austausch zwischen Weinheim und der israelischen Partnerstadt Ramat Gan. Maßgeblich dazu bei trägt Albrecht Lohrbächer, Vorsitzender des Freundeskreises und Motor der Städtepartnerschaft. Als die Nachrichten von den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Israelis und der radikalislamistischen Palästinenserorganisation Hamas im März Deutschland erreichten, war es für den Freundeskreis eine Herzensangelegenheit, Solidarität zu zeigen. Schließlich war auch die Weinheimer Partnerstadt betroffen von den Raketenangriffen.Der Verein initiierte kurzerhand eine Spendenaktion in den eigenen Reihen. Mit der stattlichen Summe von 750 Euro konnte ein Seniorenheim in Ramat Gan unterstützt werden, in dem viele Juden leben, die in den 1930er-Jahren vor dem Holocaust aus Deutschland flüchteten. Finanziert wurde ein Ausflug der Einrichtung „Pinkhas Rozen“ in den nahe gelegenen Nationalpark.Viel Kraft getankt„Die Bewohner konnten dort viel Kraft tanken“, berichtet Oliver Vrankovic. Der Deutsche arbeitet als Pfleger in eben diesem Heim und machte jetzt auf einer Reise in die Heimat Station in Weinheim, um sich für die Unterstützung zu bedanken. Nach den extremen Einschränkungen durch die Corona-Pandemie freute sich Lohrbächer besonders, den Gast auf dem Marktplatz begrüßen zu können.

Es war nicht sein erster Besuch. Der Kontakt geht auf die Verbindung der Stadtverwaltungen zurück. Die Freundschaft währt seit vielen Jahren. Gerade wurde er zum Vorsitzenden der Deutsch-Israelischen Gesellschaft für die Region Stuttgart gewählt, obwohl er in Ramat Gan wohnt.Schreckliche SzenenVrankovic berichtet von schrecklichen Szenen während der Zeit des Beschusses. Die Bewohner des Seniorenheimes hatten vom Erklingen der Sirenen an 90 Sekunden Zeit, um sich in Sicherheit zu bringen. „An das Erreichen eines Bunkers war in dieser kurzen Zeitspanne nicht zu denken“, weiß der 42-Jährige. Die fensterlosen Gänge boten zumindest Schutz vor splitternden Glasscheiben, einer der hauptsächlichen Ursachen von Verletzungen bei Raketenangriffen. Sechs solcher Extremsituationen sahen sich Senioren, Pfleger und Heimleitung ausgesetzt.„Das hat schon etwas mit den Bewohnern gemacht“, bedauert Vrankovic. Gerade vor dem Hintergrund der vielen zurückliegenden Kriege, die diese älteren Menschen miterleben mussten – von der Flucht aus Deutschland zum Arabischen Aufstand, dem Sechstagekrieg biszum israelischen Unabhängigkeitskrieg und dem Zweiten Golfkrieg. Dabei gilt die Sorge nicht unbedingt sich selbst. Vrankovic: „Die meisten sind in ständiger Sorge um ihre Angehörigen.“Mit der Hilfe aus Weinheim konnte den Senioren in Ramat Gan zwar die Sorge nicht genommen werden, „aber es hat den Bewohnern einfach gutgetan“, wie es Vrankovic ausdrückt. Besonders, weil auch die Isolation während der Pandemie den Rentnern zusetzte. Zwar sind nach Angaben des deutschen Pflegers die Senioren bereits seit Januar geimpft, es bestehe jedoch die Angst vor weiteren Erkrankungen. Im Pflegeheim „Pinkhas Rozen“ selbst hatte es zuvor zwei Tote gegeben. Corona hat auch den Austausch der Partnerschaft ausgebremst. Albrecht Lohrbächer: „Jetzt gilt es, das Netzwerk wieder neu anzuschieben.“ Wenn es möglich ist, soll der Schüleraustausch im kommenden Jahr wieder aufgenommen werden. Und im Plan bereits für diesen November steht die Reise einer Delegation aus Weinheim nach Israel – immer vorausgesetzt das Infektionsgeschehen lässt es zu. Dann könnte Oberbürgermeister Manuel Just endlich seinen Amtskollegen Carmel Shama HaCohenkennenlernen. Und auch Lohrbächer wäre natürlich dabei, übrigens der einzige Ehrenbürger Ramat Gans ohne israelische Herkunft.

 

Von Iris Kleefoot

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Bild: Fritz Kopetzky

"Neuanfang..."

WEINHEIM/RAMAT GAN, 14.03.2021

Liebe Freunde!

 

Neuanfang -ein schönes Wort – in Hebräisch würde ich „irgun me chadasch“ sagen. Und es steht dafür, dass die Kontakte zwischen Weinheim und Ramat Gan wieder auferstehen sollen. Die schwere Coronazeit hat sich gebessert und nun ist es höchste, dass die beiden Städte wieder zueinander finden sollen und können.

 

Ich freue mich darauf ganz besonders, denn ich erinnere mich so gut an vergangene Zeiten, in denen die Freundschaft zwischen unseren schönen Städten blühte und zur besseren Verständigung unserer Völker beitrug.

 

In diesem Sinne grüße ich ganz herzlich unsere Weinheimer Freunde, wünsche allen - von ganzem Herzen - ein besseres Jahr zusammen mit viel Gesundheit und Erfolg,

 

Mit einem Schalom-Gruß verbleibe ich

 

Ihr/Euer Moshe Meron

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Unterstützung für den jüdischen Friedhof

WEINHEIM/HEMSBACH, 10.12.2020

Spendenaufruf: Freundeskreis Weinheim – Ramat Gan wendet sich an Bevölkerung. Stadt Weinheim beteiligt sich mit 7500 Euro.
 

Weinheim/Hemsbach. Für Albrecht Lohrbächer ist es eine Herzensangelegenheit. Deshalb rührt der Vorsitzende des Freundeskreises Weinheim-Ramat Gan unermüdlich die „Werbetrommel“, um Spenden für den Erhalt des jüdischen Verbandsfriedhofs in Hemsbach zu sammeln. Diese Woche richtete der Freundeskreis gemeinsam mit dem Förderverein Ehemalige Synagoge Hemsbach noch einmal einen Appell an die Weinheimer Bevölkerung, sich an dieser Aufgabe mit Spenden zu beteiligen. Die Stadt Weinheim geht gewissermaßen mit gutem Beispiel voran und stellt 7500 Euro für die Sanierung zur Verfügung, wie am Mittwoch der städtische Pressesprecher Roland Kern bestätigte.

Die große jüdische Gemeinde in Weinheim und in Lützelsachsen benutzte bis ins Deportationsjahr 1940 ausschließlich diesen Friedhof als letzte Ruhestätte. Insgesamt 221 Weinheimer Juden – 120 aus Weinheim und 101 aus Lützelsachsen – wurden dort beerdigt. „Keine andere Gemeinde im Verband hat dort mehr Menschen zur letzten Ruhe gebettet“, schreibt Lohrbächer in dem Spendenaufruf.

Die Weinheimer Judaistin Christa-Renata Fischer-Hoffmann hat 1993 akribisch die hebräischen Inschriften auf den Grabsteinen entziffert. Auf diese Weise sind die Daten für Nachkommen von Weinheimer Juden, sofern sie emigrieren konnten, festgehalten.

Friedhof mehr als 300 Jahre alt

Der Friedhof ist seit mehr als 300 Jahren letzte Ruhestätte für weit über 1000 Juden aus Weinheim, Hemsbach, Dossenheim, Feudenheim, Großsachsen, Ilvesheim, Ladenburg, Lampertheim, Laudenbach, Leutershausen, Lützelsachsen, Schriesheim und Viernheim. Er wurde seit 1716 als gemeinsamer Friedhof, als Verbandsfriedhof, geführt. Erste Beerdigungen sind im Jahre 1674 nachgewiesen.

Wie bereits mehrfach berichtet, hielten jedoch viele Bäume den schweren Stürmen 2019 und Anfang 2020 nicht mehr stand, Gräber und Grabsteine wurden schwer beschädigt. Viele Bäume sind so morsch, dass sie jederzeit umstürzen können. Der Friedhof ist deshalb seit Monaten für Besucher geschlossen.

Baumfällarbeiten haben begonnen

Daher startete im November eine Sanierung des Friedhofs, die so rasch wie möglich durchgeführt werden muss. Das bedeutet: Mindestens 150 Bäume müssen gefällt werden.

„Dies ist aber nur unter höchst komplizierten Bedingungen möglich, da im größten Teil des Geländes nicht mit Maschinen gearbeitet werden kann und auf den meisten Flächen die Grabsteine sehr dicht nebeneinanderstehen“, erläutert Lohrbächer. Die Rodung müsse deshalb von Spezialisten durchgeführt werden, damit die Grabsteine nicht gefährdet werden.

Die Stadt Hemsbach ist seitens des Regierungspräsidiums mit den anfallenden Arbeiten betraut. Daher muss sie auch zunächst die veranschlagten Kosten von circa 130 000 Euro aufbringen beziehungsweise sich um die Zuschüsse und Spenden bemühen. In kleinem Umfang wird das Land Baden-Württemberg einen Anteil übernehmen. Auch die Kommunen der am Friedhof ursprünglich beteiligten Verbandsgemeinden haben Zusagen gemacht, teilte Lohrbächer mit.

Dennoch sei bislang erst die Hälfte der Kosten gedeckt, weshalb man weiterhin dringend auf Spenden angewiesen sei, heißt es abschließend im gemeinsamen Aufruf des Freundeskreises Weinheim- Ramat Gan und des Fördervereins Ehemalige Synagoge Hemsbach.

Spenden nimmt der Förderverein Ehemalige Synagoge Hemsbach entgegen: Das Spendenkonto (IBAN): DE65 6705 0505 0068 0046 59. Weitere Infos auf der Homepage (siehe unten) oder per E-Mail an:  aulohr@t-online.de.

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