V E R A N S T A L T U N G E N

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Die 1938 zerstörte Ehemalige Synagoge

Gang durch das Jüdische Weinheim

Wann: Freitag, 23. September, 17.30 Uhr - 19.30 Uhr,

Treffpunkt: Amtshausplatz vor dem Museum

Guide: Weinheimer Stadtarchivarin Andrea Rößler

Kosten: Kostenlos

Die jüdische Gemeinde in Weinheim und die in Hemsbach standen in enger Verbindung. Der Hemsbacher jüdische Friedhof war immer auch der Weinheimer. Viele Juden in beiden Kommunen kannten sich gut. 

Weinheim beherbergte natürlich eine viel größere Gemeinde. Und die Geschichte der jüdischen Gemeinde reicht ins Mittelalter zurück; z.B. gab  es in der Stadtmauer einen Judenturm. Und die Weinheimer Juden waren auch der Verfolgung bei der Schwarzen Pest 1348 ausgesetzt

Es gibt nur noch sehr wenige Spuren der jüdischen Geschichte zu sehen. Diese und die geschichtlichen Hintergründe will Frau Rößler auf dem Weg durch Weinheim zusammen mit den Interessierten vermitteln. 

Da nur eine begrenzte Teilnehmerzahl möglich ist, ist eine Anmeldung bis zum 19 September erforderlich. Bestätigung folgt.

Achtung: Diese Veranstaltung ist ausgebucht!

ARCHIV

Der Nahostkonflikt zwischen Menschen, Politik und Völkerrecht

Vortrag von Nikita Karavaev, Freiburg

Montag, 18. Juli, 19.30 Uhr, beim „Alex“, Breslauer Straße, Weinheim

 

Es ist einer der kompliziertesten Konflikte der Welt – der Nahostkonflikt! Und er steht im Mittelpunkt unserer nächsten öffentlichen Veranstaltung.

 

Die Veranstaltung war schon einmal im November 2021 angesetzt und musste wegen der Pandemie abgesagt werden Nun findet sie statt: am Montag, 18. Juli, 19.30 Uhr beim „Alex“, Breslauer Straße


Er ist in seinen geografischen Maßstäben klein, doch könnte er in seiner politischen Bedeutung kaum größer sein. Bei keinem anderen Konflikt fallen Politik, Recht und die Lebensrealität der betroffenen Menschen so weit auseinander und werden doch zugleich regelmäßig auf eine Weise vermischt, die eine konstruktive Debatte, geschweige denn eine Lösung, erreichbar erscheinen lassen. Darum ist es für uns, die wir eine Freundschaft mit einer israelischen Partnerstadt pflegen, immer wieder wichtig, unser Wissen zu erweitern und unsere Meinung zu überprüfen. Der Vortragende, Nikita Karavaev, ist Rechts- und Sicherheitsbeauftragter der Israelitischen Gemeinde Freiburg und fortwährend mit der Thematik beschäftigt.

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Hannah Arendt: Eine mutige Frau in schweren Zeiten

Vortrag von Dr. Edna Brocke, Krefeld

Dienstag, 28. Juni, 19.30 Uhr, Altes Rathaus, Marktplatz, Weinheim

 

Der Gemeinderat der Stadt Weinheim hat im Oktober 2021 beschlossen,  im neuen, zentral gelegenen Baugebiet „Westlich Hauptbahnhof“ eine der beiden vorgesehenen Straßen nach der israelischen Partnerstadt „Ramat Gan“ zu benennen.

Die zweite soll entsprechend dem Beschluss Hannah-Arendt-Straße heißen. Hannah Arendt war Überlebende der Schoa und wurde bekannt durch ihre politischen Schriften (z. B. „Elemente und Herkunft totaler Herrschaft“) sowie durch Ihren Bericht zum Eichmann-Prozess 1961 in Jerusalem („Eichmann in Jerusalem“, „Banalität des Bösen).

Die Referentin des Abends, Dr, Edna Brocke, Großnichte von Hannah Arendt, stand mit der Politologin in einer besonderen Beziehung. Sie wird in ihrem Vortrag den Weinheimern die Namensgeberin in ihrem Lebensweg nachzeichnen, wichtige Aspekte ihrer vielbeachteten Veröffentlichungen beschreiben und dabei den Menschen Hannah Arendt den Zuhörern nahebringen.

Veranstalter:

Freundeskreis Weinheim-Ramat Gan in Zusammenarbeit mit der Stadt Weinheim

Verantwortlich: Albrecht Lohrbächer, 1.Vors.

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Kein Platz für Antisemitismus auf Mannheims Straßen

 

Mehrere deutsche Städte sahen in den vergangenen Wochen erneut die Dämonisierung Israels und die Leugnung des Existenzrechts des jüdischen Staates, blanken Hass, unverblümte judenfeindliche Parolen und gewaltsame Übergriffe gegen Umstehende und Journalisten.

Nach der antisemitischen Hass-Demo in Mannheim im Mai 2021 wurde überall Betroffenheit verkündet und entschlossenes Handeln gegen weitere solche Vorkommnisse angekündigt. Ein Jahr später steht nun in Mannheim erneut eine Demonstration der Gruppe “Free Palestine Mannheim” bevor, sogar mit einem Marsch durch die Mannheimer Innenstadt: beginnt am Schloss kommenden Sonntag, 15, Mai, ab 15 Uhr.

Auch wenn die Gruppe ihre Demonstration als “Friedensmarsch” ankündigt – es wäre überaus naiv, das zu glauben, denn:

• die Gruppe hat im vergangenen Jahr nach der von ihr zu verantwortenden Hass-Demo, bei der es zu wüsten antisemitischen Ausschreitungen und Gewalt kam, auf Social Media verkündet, “stolz” auf die Demo zu sein;

• die Gruppe hat im April 2022 auf ihrer Instagram-Seite tagelang krasseste antisemitische Kommentare geduldet;

• die Gruppe hat im April 2022 den Aufruf einer Frankfurter Palästina-Gruppe geteilt, der Israel pauschal delegitimierte und dämonisierte – inklusive einer Vernichtungsdrohung gegen den jüdischen Staat;

 

• die Gruppe hat im Mai diesen Jahres auf Social Media Israel mit Russland gleichgesetzt und beweist damit einen eklatanten Mangel an Taktgefühl, realitätsgebundener Wahrnehmung einer politischen Situation und – am wichtigsten für das Durchführen einer Demonstration – an Einschätzungsvermögen bezüglich der Folgen ihrer Aussagen oder Handlungen;

• die Gruppe hat im Vorfeld ihrer Veranstaltung bisher keinerlei Versuche unternommen, einer Gewalteskalation wie sie im Mai vergangenen Jahres stattfand, vorzubeugen.

Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, aber sie findet dort ihre Grenze, wo Gewalt und antisemitischem Hass eine Bühne bereitet wird; die Gruppe “Free Palestine Mannheim” schickt sich an, genau das wieder zu tun. Ob sie das aus Naivität oder Absicht tun, ist, das konnte man im Mai 2021 sehen, völlig unerheblich, wenn sich der antisemitische Mob manifestieren kann.

Die Stadt Mannheim muss deshalb ihr Versprechen, entschieden zu handeln, einlösen und den Marsch durch die Innenstadt untersagen, sowie die Kundgebung mindestens unter strenge Auflagen stellen. Dazu gehören:

• das Verbot antisemitischer Aussagen (“Khaybar, ya yahud”, “From the river to the sea, Palestine will be free”, “Kindermörder Israel”, “Israel Apartheidsstaat” u. a.);

• das Verbot terroristischer Symbole und Flaggen (Taliban, Hamas, IS, Hisbollah, PFLP, Graue Wölfe u. a.).

Die Forderung nach einer Untersagung des Marsches und strengen Auflagen für die Kundgebung erwächst dabei keinesfalls – wie es solchen Forderungen oft unterstellt wird – aus einer generellen Ablehnung der Forderung nach Freiheit für Palästinenser:innen. Stattdessen stützt sich die Forderung auf die konkrete Analyse tatsächlicher Ereignisse und Äußerungen, bei denen die in Mannheim auftretenden Akteure involviert waren.«

 

>> Mit der Bitte um zahlreiche Teilnahme:

Deutsch-Israelische Gesellschaft Rhein-Neckar, Mannheim, Junges Forum DIG Heidelberg, Arbeitskreis gegen Antisemitismus und Antizionismus Mannheim, Verein Ehemalige Synagoge Hemsbach e.V. und Freundeskreis Weinheim - Ramat Gan e.V.


Antisemitismus erweist sich immer wieder als widerstandsfähiges und ,brandgefährliches Weltbild. In den vergangenen Jahren wurden immer wieder
Jüdinnen und Juden in Deutschland angegriffen, beleidigt oder Synagogen beschädigt. Für uns ist diese Entwicklung sehr beunruhigend, ist doch unserer
Überzeugung nach das Wohlergehen der Juden und ihrer Gemeinden unter uns ein Gradmesser für den demokratischen Zustand unseres Gemeinwesens. Woher kommt der Hass gegen Juden? Fast mantraartig wird in den Medien und in der Politik vorgetragen, dass es Antisemitismus von rechts, von links, unter Muslimen und auch in der gesellschaftlichen Mitte, sowie in beliebigen Vermischungen dieser Gruppen gibt. Häufig bleibt es bei einer oberflächlichen Nennung, aber eine Erklärung wird kaum geliefert. An einer Erklärung, warum Antisemitismus auch und vielleicht gerade in Zeiten der
Pandemie so virulent ist, versucht sich in diesem Vortrag Richard C. Schneider. Er hat dem Thema jüngst in einer vierteiligen Dokumentationsserie nachgespürt und ist dabei zu einer umfassenden Analyse hekommen. Auch zuvor hat er sich in seiner langjährigen Tätigkeit als Israel-Korrespondent der ARD, als Autor und Journalist damit auseinandergesetzt. Der Vortrag wird veranstaltet vom Jungen Forum DIG Heidelberg, dem Verein Ehemalige Synagoge Hemsbach sowie dem Freundeskreis Weinheim-Ramat Gan. Die Teilnehmer können sich im Chat mit Fragen und Hinweisen beteiligen.
Interessenten sind herzlich eingeladen, an dem Vortrag über Zoom teilzunehmen.

 

Die Zugangsdaten für das entsprechend Zoom-Meeting können über eine Nachricht unter KONTAKT | Weinram.de oder über eine Mail an ramatgan@gmx.de bezogen werden.

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Konzert mit Jüdischer Gottesdienstmusik in der Kirche St. Laurentius 

 

Klingende Reise durch das jüdische Festtagsjahr

 

Zu einem besonderen Konzert lädt der Freundeskreis Weinheim-Ramat

Gan e.V. in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Ehemalige Synagoge

e.V., Hemsbach, für Montag, 4. Oktober ein. Um 20.00 Uhr wird der

Deutsche Kammerchor unter der Leitung von Katharina Ehret, mit Solisten

und den jüdische Kantoren Amnon Seelig und Assaf Levitin in der Kirche

St. Laurentius am Weinheimer Markplatz zu hören sein.

„Haschiwenu - Bringe uns, Herr, wieder zu dir“, ist der Titel der Jüdischen

Gottesdienstmusik. Mit seinem Projekt „Haschiwenu“, will der Deutsche

Kammerchor dem Publikum einen umfassenden Einblick in die

unterschiedlichen musikalischen Strömungen und Traditionen des

synagogalen Chorgesangs ermöglichen.  „Mit dieser Reise durch das

jüdische Festtagsjahr wird die Vielfalt und Bedeutung dieses kulturellen

Erbes erlebbar wie es bis zur Schoa in Deutschland lebendig war.

Durch die beiden  Kantoren Amnon Seelig und Assaf Levitin werden die

liturgischen Gesänge zu einem lebendigen Zeugnis der Glaubenszuversicht ihrer Schöpfer und zum Symbol der Hoffnung der Zuhörer von heute“, kündigt Albrecht Lohrbächer, Vorsitzender des Freundeskreises, die Veranstaltung, an. Zur Aufführung werden Kompositionen von Kirschner, Löwenstamm, Kornitzer, Ogutsch, Kohn, Japhet, Sultzer, Kellermann und Adler kommen und so einen Überblick über die vielfältige Tradition des synagogalen Chor- und Kantorengesangs mit und ohne Orgelbegleitung ermöglichen, so heißt es in der Ankündigung.

Diese Aufführung ist ein Beitrag zum Jubiläumsjahr „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“. Zahleiche Veranstaltungen werden in diesem Jahr vom Verein „321–2021: 1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland e. V.“ unterstützt.

 

Info: Der Eintritt zu der Veranstaltung am Montag, 4. Oktober, um 20.00 Uhr ist frei; eine Spende am Ausgang wird erbeten. Die Kapazität an Sitzplätzen ist begrenzt (200).

Es gilt die „3 G-Regel“.

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Zugang

Israel blickt auf ein ungewöhnliches Ereignis in seiner 73-jährigen Geschichte. Erstmals schlägt eine Partei, die die arabische Gemeinschaft des Landes repräsentiert, einen anderen Weg ein. Ausgerechnet die mit der Islamischen Bewegung zu identifizierende Partei Ra´am bekundet seit Monaten ein Interesse daran, sich an den politischen Entscheidungsprozessen beteiligen zu wollen. Warum ist das etwas so Besonderes? Warum wählt eine Partei mit einem ideologischen Parteiprogramm, das vielen Grundsätzen des jüdischen Staates widerspricht, diesen Weg, der zudem von Realpolitik kündet?

Nicht nur der Ansatz der Ra´am-Partei, sondern auch ihre Unterstützung der Veränderungskoalition von Yair Lapid wirft sowohl innerhalb der arabischen Gemeinschaft des Landes als auch in allen Teile der heterogenen jüdischen Mehrheitsgesellschaft viele Fragen auf. Wird die Unterstützung, die Ra´am-Chef Mansour Abbas der Veränderungskoalition zugesagt hat, zu einer Konflikte schürenden Zerreißprobe oder gar zu einem historischen Wendepunkt, der neue Wege für die Zukunft Israels aufweist?

Zum Einstieg in die Einblicke, die sie vermitteln möchte, ist eine Lektüre der folgenden Beiträge empfehlenswert:
• https://www.mena-watch.com/die-arabische-gesellschaft.../
• https://www.mena-watch.com/israels-islamische-bewegung/

Antje C. Naujoks geboren und aufgewachsen in Norddeutschland lebt seit 35 Jahren in Israel. Die an der FU Berlin und an der Hebräischen Universität Jerusalem studierte Politologin, die u.a. als Wissenschaftlerin und Übersetzerin tätig ist, beschäftigt sich sowohl im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeiten als auch im Zuge ihres ehrenamtlichen Engagements mit vielfältigen Themen, die die israelische Gesellschaft betreffen.

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Meeting-ID: 812 3312 3977
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Neue Regierung in Israel ohne Netanjahu!

Ein jüdisch-arabisches Experiment - kann das gutgehen? Ist es am

Ende ein Hoffnungszeichen?

Datum: Montag, 14.06.2021
Uhrzeit: 19:30 Uhr
Referent und weitere Mitwirkende: Oliver Vrankovic aus Israel
Ort: Online per Zoom

 

Viele habe der eben vereidigten Regierung schon seit Wochen vorausgesagt,

dass sie überhaupt nicht zustande kommt. Nachdem sie jetzt entgegen allen

Unkenrufen im Amt ist, gibt es weitere Voraussagen über das nahe Ende.

Natürlich eint die acht Koalitionsparteien vom Grundsatz her nur wenig, aber

offensichtlich genug, um es miteinander zu probieren. Und um liegen gebliebene

Aufgaben zu lösen.

 

Juden Araber koalieren, wer hätte sich das vor kurzem vorstellen können? Eines

müssen wir in Europa endlich lernen: Unsere Maßstäbe für politische

Entwicklungen und Strömungen in Israel stimmen mit denen in Israel oft nicht

überein. Oliver Vrankovic, bei uns kein Ungekannter, wird als politischer Beobachter

vor Ort einiges Erhellendes beitragen können.

 

Die Veranstaltung wird natürlich auch Fragen und Meinungen über den Chat einspielen.

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Meeting-ID: 894 9493 2669

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Die drei Hauptakteure: (v.l.) Lapid, Bennett, Abbas

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„BDS“ steht für „Boykott, Divestment, Sanction“ und die Kampagne hinter diesem Slogan versucht bereits seit Jahren staatliche und zivile Akteure weltweit dazu zu bewegen, diese drei Maßnahmen gegen Israel zu ergreifen. Die Konsequenz wäre die wirtschaftliche, kulturelle und wissenschaftliche Isolation des jüdischen Staates. Neben den namensgebenden Forderungen propagiert die Kampagne allerhand andere Ziele, deren Stoßrichtung und Umsetzung von Wissenschaftler:innen und politischen Instanzen, wie z.B. dem deutschen Bundestag, als antisemitisch eingestuft wurden.

Diese Einstufung wird von Vertreter:innen der Kampagne mitunter heftig bestritten und angefochten; Unterstützung gab es für diese Anfechtungen jüngst von Kulturgrößen in der sogenannten »Initiative 5.3«, wie auch durch die kürzlich veröffentlichte »Jerusalem Declaration«.

Alex Feuerherdt wird in seinem Vortrag die Entstehung und die Ziele der BDS-Kampagne erläutern und die gesellschaftliche und politische Debatte um die Kampagne einordnen.

Alex Feuerherdt ist Publizist und Lektor. Er veröffentlicht Texte u.a. auf seinem eigenen Blog »Lizas Welt«, bei MENA Watch und

jungle.world. Jüngst veröffentlichte er zusammen mit Florian Markl die Monographien »Vereinte Nationen gegen Israel«

(Hentrich & Hentrich 2018) und »Die Israelboykottbewegung« (Hentrich & Hentrich 2020).

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„Ihr wählt schon wieder?"

 

Vier Wahlen in zwei Jahren – eine (Zwischen-)Bilanz aus Israel

Datum: Montag, 29.03.2021
Uhrzeit: 19:30 Uhr
Referent: Oliver Vrankovic aus Israel

Kooperationspartner: Junges Forum Heidelberg / Ehemalige Synagoge Hemsbach
Ort: Online per Zoom

Als der britische Comedian und Schauspieler Sacha Baron Cohen in einem Interview

auf die Wahl in Israel am 23. März dieses Jahres angesprochen wurde, scherzte er:

“Ihr wählt schon wieder? Genug jetzt!” und “Das ist wie Pessach, warum ist diese

Wahl nun anders als alle anderen?”

Die vierte Wahl der Knesset in zwei Jahren sei ein erstaunlicher Vorgang und werde

das Land auch noch weiter beschäftigen, wenn dieses Mal nicht eine dauerhafte

stabile Regierungskoalition gebildet werden könne, so die Einschätzung von Albrecht

Lohrbächer, Vorsitzender des Freundeskreises Weinheim-Ramat-Gan.

„Die Aufgaben der neuen israelischen Regierung werden außerdem keine leichten

sein: Nach einer massiven Kraftanstrengung für eine erfolgreiche Impfkampagne und den nun vollzogenen Lockerungen sind viele Israelis mit den Trümmern ihrer wirtschaftlichen Existenzen konfrontiert“, ergänzt er. Daher stehen für ihn Fragen an, etwa, wie die neue Regierung damit umgehen werde und auf welche gesellschaftliche Stimmung sie dabei treffe? Weiterhin gilt es aus Lohrbächers Sicht, die Ölverschmutzung an der Mittelmeerküste zu bewerkstelligen, sowie mit den unverändert bedrohlichen Signalen aus Teheran umzugehen.

In einem weiteren Online Vortrag des Freundeskreises wird sich am Montag, 29. März, 19.30 Uhr, Oliver Vrankovic mit diesen Fragen befassen und über die derzeitige Situation in Israel berichten. Auch wird er den Versuch machen die Wahlergebnisse vor dem Hintergrund aktueller

Herausforderungen einzuordnen.

Vrankovic arbeitet seit 2010 als Pflegehelfer in einem Elternheim (Seniorenheim) in Ramat Gan. Er organisiert Studienreisen in Israel und

veröffentlicht in verschiedenen Presseorganen als freiberuflicher Journalist. Außerdem betreibt er einen Blog (derkichererbsenblog.com)

und einen Guide für unterklassigen Fußball in Israel.

O. Vrankovic

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Die BDS-Kampagne fordert den vollumfänglichen Boykott Israels in wirtschaftlicher, kultureller und wissenschaftlicher Hinsicht, sowie die Sanktionierung des Staates. In letzter Konsequenz wollen die Befürworter von BDS den jüdischen Staat beseitigen.

Die Kampagne wurde 2019 vom deutschen Bundestag und vielen Kommunen bereits als antisemitisch eingestuft; außerdem wurde die Empfehlung ausgesprochen, Vertreter:innen dieser Kampagne keine kommunalen Gelder oder Räume zur Verfügung zu stellen.

Obwohl es kontinuierlich Protest gegen die Entscheidung gab, sticht die “Initiative 5.3 Weltoffenheit” heraus: Ein Zusammenschluss von Künstler:innen und profilierter Leiter:innen deutscher Kultureinrichtungen sprach sich gegen die BDS-Resolution aus und fordert stattdessen die BDS-Kampagne in den demokratischen Diskurs zu integrieren. Zu den Befürwortern dieses Widerspruchs gehört auch der Schauspielintendant des Mannheimer Nationaltheaters, Christian Holtzhauer.

Gleichzeitig distanziert sich die Initiative selbst von BDS. Kann diese Distanzierung glaubwürdig sein? Verkennt sie die Gefahren von BDS? Diesen Fragen wird Ben Salomo nachgehen, seines Zeichens Rapper und Autor.

Er musste über viele Jahre als Jude in Deutschland und in der Rapszene Erfahrungen mit Antisemitismus machen. Hier teilt er seine Einschätzung der BDS-Kampagne und ihrer Gefährlichkeit für Jüdinnen und Juden in Deutschland, immer auch vor dem Hintergund eigener Erfahrungen:

Angefangen bei seinen Erfahrungen als Fünfjähriger, der sich wundert, dass sein jüdischer Kindergarten von Polizisten bewacht wird, über den besten Freund, der seine großen Brüder holt, als er erfährt, dass der elfjährige Jonathan gar nicht Muslim, sondern Jude ist, bis zu dem Moment, als sich Puzzleteile wie diese mit den Schicksalen in seiner Familie zusam-menfügen und ein Bild entsteht, »das erklärt, warum in Deutschland jüdische Kindergärten bewacht werden müssen«.

Der Vortrag wird vom Jungen Forum DIG Heidelberg, dem Freundeskreis Ramat Gan Weinheim und dem Förderverein ehemalige Synagoge in Hemsbach veranstaltet.

Kostenloser Zugang via Zoom: https://us02web.zoom.us/j/87963770317?pwd=ZFdKaFRoUDN2azVDbzhEOTF4Z3F3QT09

Meeting-ID:  879 6377 0317

Kenncode:  113458

Zugehörige Facebook-Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/191621229384389

Israels dramatische Monate: Zwischen Corona und arabischer Anerkennung

Datum: Montag, 16.11.2020
Uhrzeit: 19:00 Uhr
Referent und weitere Mitwirkende: Richard C. Schneider Israel-Korrespondent der ARD
Kooperationspartner: Junges Forum Heidelberg
Ort: Online per Zoom
Anmeldung über diese Seite unter: KONTAKT unter Angabe der email-Adresse oder unter ramatgan@gmx.de
Kurz vor der Veranstaltung erhalten Sie einen genauen Zugangshinweis.

Zum Inhalt:
Nach anfänglichen großen Erfolgen im Kampf gegen das Virus steckt Israel im Herbst 2020 in einer tiefen Krise. Manche Kreise der sehr diversen Bevölkerung hielten und halten sich nicht an die vorgegebenen Gesundheitsregeln. Da dabei besonders zwei Bevölkerungsgruppen auffallen, die vor allem sich nicht an die eingeschränkten Versammlungsmöglichkeiten halten, es sind streng religiöse Gruppen und arabische Bürger, gibt es eine zunehmende Spaltung der israelischen Gesellschaft. Weitere Anzeichen für die gesellschaftlichen Verwerfungen in Israel stellen die regelmäßig veranstalteten Proteste dar. Sie richten sich gegen den Verbleib von Ministerpräsident Netanjahu im Amt. Er ist der Korruption verdächtig und erscheint vielen Bürgern als nicht mehr tragbar. Dazu kommt, dass wegen der Corona- Krise viele Israelis in eine wirtschaftliche Notlage geraten sind.

Dieser innenpolitischen Krise gegenüber stehen die außenpolitische Erfolge, die die Regierung Netanjahu vorweisen kann. War noch vor kurzem die vorgegebene Linie maßgebend, dass weitere arabische Staaten Israel erst anerkennen werden, wenn ein Abkommen mit den Palästinensern sich abzeichnet, so sehen jetzt im Konflikt zwischen den sunnitischen Arabern und dem schiitischen Iran mehr und mehr arabische Staaten in Israel einen natürlichen Verbündeten. Da der Iran mit dem Auslaufen des Waffenembargos am 18. Oktober seine Aggressivität gegen die arabischen Staaten und gegen Israel sicher steigern wird, stehen im Nahen Osten neue Kriegsgefahren ins Haus.

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